Was heißt hier arm?
Anlässlich des 14. Kinder- und Jugendhilfetags in Stuttgart geben Flex-Schüler ein Interview zum Thema "Bildungsgerechtigkeit".
Was bedeutet es arm zu sein?
Und was würden die Schüler machen, wenn ihnen "alle Türen offen" stehen würden?
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Testbilder
Stell dir vor, es ist keine Schule, und 82 Jugendliche machen trotzdem ihren Abschluss ....
Sowas gibt's bei der Flex-Fernschule!
Wie ticken diese jungen Leute? Wie erging es ihnen beim Lernen mit Flex? Welche Pläne haben sie?
Und ...
Wer wohnt in ´ner Ananas ganz tief im Meer?
Sabine Oberkirch ist diesen Fragen nachgegangen.
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Zum Beispiel Jan
Jan will hoch hinaus
Noch mitten in den Prüfungen zum Hauptschulabschluss plant Jan schon den nächsten Schritt: Realschulabschluss!
Toll dass sein Jugendamt ihn weiter unterstützt, zumal Jan schon bald volljährig sein wird.
Meine mündlichen Prüfungen zum Hauptschulabschluss fangen am 15. Dezember an. Ich bin mir sehr sicher, da ich die Themen schon kenne. Ich habe sehr viel gelernt. Teilweise lerne ich acht Stunden am Tag. Dies hätte ich früher nicht gekonnt. Durch die Flex-Fernschule habe ich es jedoch wieder gelernt.
Ich freue mich schon besonders auf den Realschulkurs. Ich hätte nicht gedacht das mein Jugendamt mir diesen Kurs ohne Probleme bezahlt. Ich bin jedoch froh das sie es tun, da es sonst für mich nicht möglich wäre. ...
Naja jetzt muss ich noch ein bisschen Erdkunde pauken.

Zum Beispiel Katharina
Mit Flex flexibel lernen
Zum Beispiel im Tierpark, am Rhein oder im Botanischen Garten
Katharina Mebus erzählt von ihrem Alltag mit Flex, der manchmal ganz schön anstrengend sein kann. Allerdings lassen ihre Bilder das nicht unbedingt erkennen. Da wird gelernt im Tierpark, am Rhein oder im Botanischen Garten.
Zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen bastelt sie bereits fleißig an ihrer Präsentation - in Theorie und Praxis.
Stressig wird es manchmal, wenn es mit den Matheaufgaben nicht so klappt. Aber nicht nur für Katharina, auch für Simone, ihre Betreuerin.
Katharina schickte uns vier sehr schön als Comic gestaltete Din A 4 - Seiten im PDF-Format. Wir haben daraus einen kleinen Film gebaut, um etwas mehr Platz zu haben. Zum Film einfach rechts im Bild anklicken.
Zum Beispiel Patrick K.
Mein Name ist Patrick, Antonio, Giovanni Mark Klein. Ich bin 17 Jahre alt und habe am 17.7.1991 Geburtstag. Mein Sternzeichen ist Krebs. Meine Freunde nennen mich Pat.
Mein Motto lautet:
Die Welt ist schlecht, doch das Leben ist schön !!!!
Meine Hobbys sind fotografieren, mit Freunden abhängen und Musik hören (Lieblings Bands: Bullet for my Valentine, und Ärzte und Papa Roach und My Chemical Romance) auf Partys gehen einen drauf machen und Mädchen aufreißen. :-)
Ich bin sehr Abenteuerlustig und mache gerne Sachen wie Rafting und Paraflying oder Fallschirmspringen (was ich gern mal machen würde ist Bungeejumping). Ich bin ein Mensch der immer gerne bis an seine Grenzen geht, z.B. beim Sport (Surfen, Triathlon, Schwimmen, Fahrradfahren) ich mag es zu kämpfen und nicht aufzugeben.
Typisch für mich ist das Interesse an der Naturfotografie und dass ich Emo bin. Fotographisch habe ich mich auf Vögel spezialisiert, denn ich möchte von Beruf Ornithologe werden.
Ich bin ein offener Mensch der auch gerne auf andere zugeht und auch gerne hilft z.B. in Sozialen Einrichtungen wie Altersheim, Behindertenwerkstätten oder Kindergarten.
Na ja zur Flex Schule kann ich nicht so viel sagen da ich erst seit kurzem Mitglied bin. Das Material ist gut geordnet und kommt normalerweise regelmäßig.
Ich mag es mit Flex zu lernen!!!
Da man alleine lernt kann man sich sehr gut konzentrieren es gibt keine Klassenkameraden die den Unterricht stören und einen
vom lernen abhalten.
Was mir so ein bisschen fehlt sind Noten unter den bearbeiteten Sachen.
Seine Bilder und ein selbst verfasstes Gedicht könnt ihr in seiner Präsentation rechts sehen. Einfach mal anklicken!
Zum Beispiel Robin
Mitbewohner:
Ein Kampfkuschelhase!
Manchmal spielt das Leben nicht so, wie man sich das wünscht. Zum Beispiel wenn die Gesundheit einfach nicht mehr mitspielen will. Schnell kommt man in der Schule nicht mehr mit und wenn es hart kommt, verliert man den Anschluss auch ganz. Davon berichtet Robin in seiner Selbstdarstellung.
Dass er aber seinen Humor nicht verloren hat und ein durch und durch sympathischer Bursche ist, blitzt zwischen den Zeilen deutlich hervor.
Und mit Flex hat er jetzt wieder eine Perspektive für einen Abschluss und damit für den Anschluss gefunden. Er ist zuversichtlich, dass er sein Ziel erreichen wird und das lässt ihn ganz offensichtlich ruhig schlafen.
Seht selbst!
Zum Beispiel Tina
Von der Einserschülerin
... zur "Schulverweigererin"!
In der Grundschule war ich eine Einser-Schülerin, die lieber gelesen hat als sich mit anderen abzugeben und als ich aufs Gymnasium kam war ich dann die Außenseiterin. In der 6. Klasse hatte ich dann ständig Bauchschmerzen, bin nicht mehr zur Schule gegangen und hab mein Zimmer kaum noch verlassen. Irgendwann bin ich überhaupt nicht mehr in die Schule gegangen.
Natürlich gab das Probleme mit der Schule und dem Jugendamt, weshalb ich zwei mal in einer Kinder- und Jugendpsychatrie war. Dann hörten wir von der Flex-Fernschule.
Das war sozusagen meine Rettung. Inzwischen läuft mein Leben wieder besser.
... und Tina hat Pläne: Die Welt bereisen und einmal eine eigene kleine Bibliothek besitzen, zum Beispiel. Mehr lest und seht ihr nach einem Mausklick rechts!
Zum Beispiel Patrick J.
Am wichtigsten ist mir, dass man ehrlich zu mir ist.
Patrick - ein netter Junge von nebenan! Er hört gern Hip-Hop, Techno oder House und hat eine Menge Hobbies, die er mit seinen Freunden teilt.
Warum er mit Flex lernt, verrät er nicht in seiner Präsentation. Aber das könnt Ihr ihn ja selber fragen, denn er freut sich über E-Mail:
paddy_fbi2007@web.de
Und für alle Mädchen gibt es einen Extra-Tipp: Patrick ist treu, stubenrein und pflegeleicht. ;-)
... gleich mal anschauen:
Zum Beispiel Tobias
Mein Name ist Tobias. Ich bin 17 und seit ca. 2 Jahren Schüler bei Flex. Meinen Hauptschulabschluss habe ich dank Flex schon in der Tasche aber an Aufhören habe ich nicht gedacht. Ein möglichst guter und hoher Schulabschluss ist heutzutage einfach wichtig.
Anfangs steht man bei Flex erst mal vor viel Arbeit. Aber wenn man sich reinhängt, kann ein Schüler es bei Flex dank der Angebote und der Flexibilität gut schaffen. Natürlich muss man Interesse haben, einen Schulabschluss wollen und man braucht den Willen sich durchzubeißen.
Schule kann auch Spaß machen: Mathe und Geschichte sind zum Beispiel meine Lieblingsfächer. So kann ich mich immer auf die besseren Fächer freuen wenn ich gerade an einem arbeite, bei dem das Lernen weniger Spaß macht.
Auch gibt es die Möglichkeit bei Flex die Lehrer anzurufen. Ich habe diesen Service zwar selten genutzt, aber die Fragen, die ich hatte wurden immer gut beantwortet. Alles in allem bietet Flex eine gute Möglichkeit
einen Abschluss zu machen und jeder, der diese Chance bekommt, sollte sie nutzen, um das Beste aus seinem späteren Leben zu
machen.
Zum Beispiel Sarah
Sarah hat es bereits geschafft:
Sie hat ihren Hauptschulabschluss in der Tasche!
Aber von wegen "Schule ade!" Seit Anfang September drückt Sarah wieder die Schulbank. In einer ganz normalen Realschule in Emmendingen.
Mit Flex hat sie gelernt, selbst Verantwortung zu tragen. Gute Aussichten!
Auf ihren Lernprozess mit der Flex-Fernschule blickt Sarah dennoch kritisch zurück.
Wie Sarah geht es vielen Flex-Schülern.
Jedes Jahr befragen wir die Absolventen:
Frage: Was würdest du anders machen, wenn du noch mal von vorne beginnen könntest?
Antwort von 90 %: "Mehr tun! Früher anfangen!"
Frage: "Was könnten wir dazu beitragen, dass den Schülern diese Erkenntnis früher kommt?"
Antwort: "Nichts! Diese Erfahrung muss jeder selbst machen."
Wirklich????
Zum Beispiel Anna
Im Dezember letzten Jahres wohnten mein Freund Timothy und ich noch bei meiner Mutter und hatten große finanzielle Probleme, da meine Mutter durch den negativen Einfluss ihres damaligen Freundes nur noch sich finanziert hat und von Timothy erwartete, dass er meinen Lebensunterhalt finanziert, was natürlich so gut wie unmöglich war.
Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt im 7. Monat schwanger und in einer solchen Situation hätte ich mir mehr Unterstützung seitens meiner Mutter gewünscht. Im Dezember jedoch hat sie zu uns gesagt, wir müssen in 3 Monaten ausziehen. Also haben Timothy und ich uns an die Arbeitsgemeinschaft (ArGe) gewandt, da ich als junge Mutter Anspruch auf Hart Hartz 4 habe und uns so auch eine Wohnung finanziert wird.
Um diese finanziert zu bekommen, mussten wir uns vom Jugendamt die Situation bei meiner Mutter bestätigen lassen und wir mussten ein entsprechendes Objekt finden. Dies ging alles sehr schnell vonstatten, sodass wir pünktlich zum 01.03.08 dort in die neue Wohnung einziehen konnten.
Im Nachhinein stellten wir fest, dass wir von der ArGe über den Tisch gezogen wurden, denn es wird von ihnen nur ein geringer Teil (1/5) der Miete übernommen, weshalb wir noch immer große finanzielle Probleme haben. Seit Dezember letzten Jahres läuft auch die gerichtliche Feststellung der Unterhaltspflicht meiner Mutter, da amtliche Schreiben schlichtweg ignoriert. Ich hoffe, dass die gesamte Verhandlung nicht mehr allzu viel Zeit verschlingt, da wir dringend auf das Geld angewiesen sind.
Zum Glück unterstützt uns diesbezüglich Timothys Mutter, die uns Lebensmittelpakete zuschickt und uns wertvolle Tipps gibt. Zudem steht uns die Arbeiterwohlfahrt (AWO) zur Seite und Herr Ganter von der Flex Fernschule gibt uns auch viele Tipps. Von ihm wurden wir auch bezüglich unserer Finanzen sehr unterstützt, denn er hat es ermöglicht, dass mir die Fernschule eine gewisse Zeit ein Stipendium gewährt, wofür wir ihm sehr dankbar sind.
Eine Woche nach dem Umzug, am 07.03.08 kam auch unsere Tochter Reykja Joséphine kerngesund zur Welt. Mit ihr hat sich das Leben nicht viel verändert, da sie sehr pflegeleicht ist. In unserem Leben spielt nun lediglich die Organisation eine große Rolle.
Für meine Schule sind nun feste Zeiten eingeplant, weshalb die Bearbeitung der ganzen Lernbriefe mehr Zeit in Anspruch nimmt und ich oft noch bis nach Mitternacht über den Schulsachen sitze, doch es macht mir nichts aus, da ich ja weiß, wofür es ist und wofür ich es tue.
Seit Juli dieses Jahres ist Timothy nun auch leider arbeitslos und wir verbringen sehr viel Zeit, um Bewerbungen zu schreiben, zu verschicken etc., doch bislang hat er nur Absagen erhalten. Er hat sich auch bei der Fachhochschule in Mannheim beworben, doch auch von denen hat er leider eine Absage bekommen, da er die Fachhochschulreife in Englisch leider nicht geschafft hat. Eine Annahme wäre natürlich DAS Highlight gewesen, denn wozu braucht er Englisch in einem Chemietechnikstudium?
Nun müssen wir weitere Bewerbungen schreiben und auf eine Annahme hoffen. Es wäre natürlich genial, würde er in Mannheim angenommen werden, denn dort ist das Leben finanziell gesehen um einiges einfacher und auch die Bildungschancen sind dort besser. Das ist mir vor allem im Hinblick auf Reykja ganz wichtig. Ich wünsche mir sehr, dass Timothy demnächst eine Perspektive hat und ein gutes Jobangebot erhält. Für Reykja wünsche ich mir, dass sie ihre Träume leben kann und sich gut entwickelt. Wir als Eltern werden sie dabei selbstverständlich so gut es geht unterstützen und dafür Sorge tragen.
Für mich steht mein Realschulabschluss weiterhin im Vordergrund und danach werde ich mal schauen, was ich weiter mache. Mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich fast alles machen würde, um einfach nur einen besseren Lebensstandard zu erlangen. Auch wenn der Alltag noch so grau erscheinen mag, gibt es doch auch viele schöne Momente.
Wir freuen uns zum Beispiel darüber, dass Reykja fröhlich vor sich hin brabbelt und lächelt, wenn man sie anschaut – sie sieht die Welt noch mit ganz anderen Augen und wir werden alles daran setzen, damit es auch so bleibt. Unser Hund freut sich sehr über elendig ausgedehnte lange Spaziergänge, die wir ihm gerne geben. Noch immer gehen wir sehr gerne spazieren. Wir genießen unser Miteinander und sind sehr froh, dass wir uns haben, obwohl es auch einige Probleme mit sich bringt. Was wir alleine nicht schaffen, dass schaffen wir dann zusammen und im Laufe der Zeit wird schon Besserung einkehren. Wir verlieren auf keinen Fall unsere Hoffnung und werden unseren Weg machen – auch wenn es Umwege bedeutet, aber aus diesen Umwegen kann man auch viel lernen.
Zudem gibt es ja auch viele nette Menschen, die uns helfen und uns sehr in unserer Situation unterstützen.
